Inspirationen



Wenn wir Eigenbauten zusammenbrutzeln, lassen wir uns gerne inspirieren von anderen Menschen, die ihre Eigenbauten im Internet zeigen. Manchmal können wir das zurückgeben. Kurt aus Hessen hat ein Swingbike gebaut und uns dazu geschrieben:

„Auf einer Urlaubsreise vor 20 Jahren in der Dom.Rep. habe ich mal ein Schwingbike kennengelernt und gefahren. Mein Wunsch war immer so etwas zu bauen. Ihr habt mir die Anregung dazu gegeben. Jetzt habe ich es geschafft und es fährt super. Ich habe es Hellbike genannt. Es basiert auf 28“. Auch ein 26er ist bereits in Arbeit. Ich bewundere eure Aktionen und würde gerne mal vorbeikommen aber die Entfernung ist zu gross. Ich wohne in Hessen, in der Nähe von Marburg. Als jahrelanger Radfahrer an die Arbeit (tägl. 38 km) bin ich vom Radfahrvierus befallen. Jetzt bin ich Rentner, 66 Jahre alt und immer noch „Fahrradverrückt“. Ca 20 verschiedene Räder zähle ich zu meinem Eigentum, dazu kommen noch mehrere Reparaturräder, die mir Kollegen, Freunde etc vorbeibringen.“

Wir haben Kurt gefragt, ob wir sein Fahrrad hier zeigen dürfen. Er ist einverstanden und hat noch ergänzt:

„Ich habe nichts dagegen wenn Ihr meine Bilder und Text veröffentlicht. Vielleicht fühlt sich ja noch jemand inspiriert. Mein Bike wird von allen nur bestaunt und viele möchten mal damit fahren, aber nach den ersten Metern geben es die meisten wieder auf. Ganz so einfach ist es ja nicht.“

Vielen Dank, Kurt, dass Du uns geschrieben hast und wir die Bilder zeigen dürfen.

Ist es noch zu retten?


Mit einem grünen Klapprad vom Sperrmüll kam am letzten Donnerstag ein Gast zu uns. Dicker Rost überall, das Hinterrad eingedrückt, viele Anbauteile locker und defekt. War das Klappi noch zu retten? Ja, nach zwei Stunden fuhr der Finder zufrieden mit dem Klapprad nach Hause. Wir hatten ein geeignetes 24-Zoll-Hinterrad im Gebrauchtteile-Lager. Auch die anderen Mängel konnten größtenteils behoben werden. Fahrbar war es jedenfalls.

Das passt zu unserer Erkenntnis, dass fast alle Mängel an Fahrrädern zu reparieren sind. Schwierig wird es nur bei den ganz billigen Fahrrädern aus Baumarkt, Supermarkt und Ebay. Die können nach wenigen Jahren bereits unrettbar kaputt sein. Weil zu viele Teile mangelhaft sind, man müsste praktisch alles erneuern.

Das neue Bikekitchen-Mobil


Wir haben Zuwachs bekommen. Ein Cab-Bike, mit der Produktionsnummer 0015, also ein ganz frühes Modell. Wir haben es von Herbert Tambour bekommen, dem Inhaber des Augsburger Fahrradladens „Dynamo“. Abgeholt haben wir es mit unserem Spezialanhänger.

Das Velomobil ist alt, ca. 1998/99, aber voll funktionsfähig. Wir haben das fehlende Hinterrad ersetzt und erste Probefahrten unternommen. WAS FÜR EIN SPASS, das Grinsen will nicht mehr aus dem Gesicht weichen. In der Hülle hallt das eigene Lachen während der Fahrt wider. Das Gefährt ist schnell, warm (es reicht ein Pulli) und lustig. Das Einsteigen braucht gymnastische Erfahrung und die Rundumsicht ist eingeschränkt (es gibt einen Rückspiegel im Dach). Aber das Fahrgefühl ist einzigartig. Eine Mischung aus Rennwagen, Kettcar und Kleinflugzeug. Auf Kopfsteinpflaster rappelt die Kiste wie blöde, ist dank der Vollfederung aber trotzdem bequem.

Wir werden nun die 7 Gänge im Hinterrad (20 Zoll mit 7fach-Ritzel) aktivieren und eine neue Lackierung vorbereiten. Vielleicht ist eine Anhängerkupplung möglich. Zum Glück passt das 2,40 Meter-Mobil dank der 72cm-Breite in die Werkstatt, gerade so millimetergenau um die Ecke, wenn man zuvor ins Büro abbiegt.

Pedalbetriebener Schleifbock


Wir bauen eine Fahrradmaschine. Das ist die erste, rudimentäre Version. Das Antriebsfahrrad ist soweit fertig. Der erste Test hat funktioniert. Die Kraftübertragung vom Laufrad auf die Skateboard-Rolle ist allerdings keine Dauerlösung, die Rolle hält das nicht aus. Wir arbeiten an einer Verbesserung.

Wir wollen später weitere Funktionen ausprobieren. Ein Kreissägeblatt ist schon vorhanden. Wir sehen das allerdings kritisch wegen der Unfallgefahr. Für gute Schnitte ist eine hohe Schwungmasse nötig. Wir benötigen Sicherheitseinrichtungen.

Ein pedalbetriebenes Musikspiel ist eine weitere Idee. Aber jetzt wollen wir erst einmal den Schleifbock optimieren.

Update 3:

Die Maschine hat nun ihren Bestimmungsort erreicht, die Cityfarm Augsburg. Wir haben die Komponenten auf eine Palette gesetzt. Diese kann auf der Cityfarm dank Griff und Rollen recht einfach bewegt werden. Das Fahrrad kann bei Bedarf auf die Palette gespaxt werden, wenn es zu sehr wackelt. Der Schleifbock ist so schwer, er steht von selbst in den Führungsschienen. Der Austausch gegen ein anderes Gerät, z.B. eine Wasserpumpe, ist so leicht möglich. Ildi und Benni haben da schon einige Ideen.

Update 2:

Die Maschine hat Zuwachs bekommen. Der neue Antrieb hat noch keine technische Funktion. Es ist erstmal eine Spielerei, Bike-Freak-Lego. Die Komponenten waren beim Test nicht miteinander verschraubt und deshalb nicht vollgasfest. Beide Teile können auch unabhängig voneinander betrieben werden.

Zwei Kinder haben den Schleifbock-Antrieb bereits ausprobiert und das Schleifrad so in Schwung gebracht, bis die Funken vom Werkstück flogen. Es hat sie überrascht, dass sie das mit ihrer eigenen Kraft schaffen können. Jetzt ergänzen wir noch einen niedrigeren Sattel für kurze Kinderbeine.

Update:

Wir haben einen alten schmalen Rennradmantel als Riemen verwendet. Dazu haben wir die Flanken des Reifens abgeschnitten. Er funktioniert sehr gut:

riemenantrieb fahrrad maschine riemenantrieb pedal powered

1. Version:

Die erste Basis, ein altes Dreirad in Klappradgröße, wurde nicht weiter verfolgt:

maschine 01

Ein Damenrad ist nun die Basis, man sitzt Richtung Hinterrad, um die Arbeiten im Blickfeld zu haben:

maschine pedalbetrieben

Der Antrieb:

maschinenantrieb fahrrad

Die Kraftübertragung mittels Alufelge und Skateboard-Rolle:

Schleifbock mechanisch

Tallbike-Workshop mit der Bikekitchen München


workshop tallbike (6)

Stefan (BK Augsburg) und Patrick (BK München)

Am Wochenende waren Patrick, Mario und Felix von der Bikekitchen München bei uns, um ein Tallbike zu bauen. Sven und Stefan von der BK Augsburg haben dabei geholfen.

Dank der vielen Manpower haben wir den Rahmen bereits am Samstag fertig bekommen. Wir haben uns viel Zeit genommen mit der Auswahl und Vorbereitung der Rahmen. Eine falsche Basis rächt sich später mit viel Nacharbeit und Problemen. Die Konstruktion ist durchdacht: statt einer einfachen Rohverbindung der oberen und unteren Gabel haben sich die drei für eine einzelne Gabel mit verlängertem Gabelrohr entschieden. Das obere und das untere Steuerrohr werden ebenfalls zu einer Einheit verbunden. Damit kann die Gabel jederzeit entfernt werden und die Lager sind zugänglich.

Am Sonntag hat Patrick dann die Technik soweit ergänzt, dass eine Probefahrt möglich war. Wir sind alle sehr zufrieden mit dem Fahrverhalten, auch wenn eine Hose dabei drauf gegangen ist. Und schön geworden ist das Tallbike außerdem. Wir sind schon gespannt auf die Komplettierung des Freakbikes. Es soll einen Rennradlenker bekommen. Eine gute Idee, das sieht zusammen mit dem kleineren (26 Zoll-)Vorderrad bestimmt klasse aus.

Der neue BK-Spaß: inverted steering


inverted steering (1)
Das neue Fahrrad aus der Bikekitchen-Schmiede: inverted (oder reverse) steering. Mit zwei Zahnrädern und einem zweiten Vorbau recht einfach zu realisieren. Allerdings hat die Suche und Anpassung der Zahnräder mehrere Monate gedauert. Der Bau ging dann recht schnell und einfach, der Fahr-Spaß ist phänomenal. Wer es ausprobieren möchte, kann das bei uns in der Bikekitchen tun. Zum Beispiel heute abend ab 18.00 Uhr.

Lasten-Reise-Tandem-Tallbike


Das neueste Tallbike aus der Bikekitchen ist richtig groß geworden. Es soll Lasten transportieren können, auch Gepäck für eine Reise. Es kann einen Anhalter mitnehmen.

Der Bau begann mit ein paar Rohren und Fahrradteilen.
lasten  reise tandem tallbike01

Die Auswahl war groß, das erleichtert die Arbeit erheblich.
lasten  reise tandem tallbike02

Ein langes Wasserrohr wird später zum Unterrohr des Tallbikes.
lasten  reise tandem tallbike03

Die Skizze und erste Stellprobe der Rahmenteile.
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Das sind die Basiszutaten. Gar nicht so viel Material, oder?
lasten  reise tandem tallbike05

So langsam wächst alles zusammen.
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Grundiert und weiß lackiert.
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Die Tandem-Konfiguration.
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Die Lastenvariante.
lasten  reise tandem tallbike09

Die Tandemvariante war so nicht geplant, erschien mir dann aber ganz lustig. Am Ende habe ich die Bäckerkiste einfach hinter den Sattel gesetzt und so beide Optionen kombiniert (Foto folgt) . Licht und Schutzbleche sind inzwischen auch dran. Bauzeit: zwei Wochen. Neuteile: 1 Bremszug, 4 Bremsbeläge, 2 Lenkergriffe. Der Rest sind recycelte Fahrradteile aus ausgeschlachteten Fahrrädern.

Update: hier das aktuellste Foto:

cargo tall bike

Erstes Augsburger Fahrradcamp


Vom 9. bis 11. August haben wir das erste Augsburger Fahrradcamp veranstaltet. Zusammen mit der Initiative VOLLDABEI für Willkommenskultur, die sich um ein lebenswerten Aufenthalt für Flüchlinge in Augsburg kümmert. Eingeladen waren Flüchtlinge (Männer und Frauen) aus den Augsburger Unterkünften und Freunde der Augsburger Bikekitchen. Wir haben die Krad-Halle im Kulturpark West gemietet. Dazu gehört auch die Wiese daneben und auf dem Gelände gibt es große freie Parkplätze für viel Fahrrad-Action. Wir haben alle unsere Spezialfahrräder versammelt und Fahrradspiele, Fahrradkino und Fahrrad-Kunstaktionen veranstaltet. Ehrengäste waren Sylvie und Kevin vom Bristol Bike Projekt aus England und Augsburgs Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl. Dabei waren außerdem Patrick von der Bikekitchen München, Tatjana vom Radlmagazin Radl-Wadl aus München, Doris von Transition-Town Augsburg, Marion vom Garnhotel Augsburg im Grandhotel Cosmopolis und Günther vom Open Lab Augsburg bzw. Verbund der offenen Werkstätten. Hier gibt es die Bilder dazu und noch mehr auf der VOLLDABEI-Seite: http://volldabei.org/einmaliges-campen/

Retro Direct Details


Zu den bisherigen Posts zu unserem Retro Direct-Antrieb kommen jetzt noch Montagedetails. Nicht, weil sie so spannend sind, sondern weil wir das, was wir gelernt haben, weitergeben möchten. Für jemanden, der den Antrieb auch bauen möchte.

Der Aufbau geht wie folgt, von links nach rechts:

retro direct zeichnung

Auf das Schraubkranzgewinde kommt zuerst ein dicker Spacer. Danach das erste Freilaufritzel. Es sitzt dank des Spacers nur halb auf dem Schraubkranzgewinde. In das Freilaufritzel schraubt man nun die Innenlagerschale. Sie soll das Schraubkranzgewinde verlängern, für das zweite Freilaufritzel. Ich habe auf einen dünnen Spacer zwischen den Freilaufritzeln verzichtet.

Hinweis: die Kontermutter des Achskonus ist zu dick für die Innenlagerschale. Sie muss runter, um die Schale aufstecken zu können. Das macht die Montagefolge kompliziert, denn vor der endgültigen Montage aller Teile muss die Achse wieder
eingestellt und gekontert werden. Dabei sind die nun bereits aufgesteckten zwei Teile, die Innenlagerschale und das erste
Freilaufritzel, im Weg. Sie müssen zunächst ineinandergeschraubt werden, um sie für die Endmontage wieder zu lösen und einzeln nacheinander zu montieren.

Auf Bild 1 ist ein Spacer rechts vom ersten Freilaufritzel zu sehen. Auf den habe ich letztendlich verzichtet, weil die Kettenlinie bei größerem Ritzelabstand noch schwieriger wird.

retro direct details (1)

Auf Bild 2 sieht man die Einzelteile noch lose auf der Achse. Links sind noch zwei Spacer zu sehen, das ist einer zu viel. Das  Schraubkranzgewinde wird so zu kurz.

retro direct details (2)

Die Freilaufritzel ziehen sich von selbst fest, besondere Maßnahmen habe ich nicht getroffen.

Die anderen Beiträge zu unserem Retro Direct:

Externe Links:

Wie auf’m Containerschiff: Long John mit Bäckerkisten


Wir hatten den neuen Long John zuerst längs mit einer Bäckerkiste ausgestattet. Diese kann bei Bedarf aufgestapelt werden bis zur Höhe des Lenkers, der beim Einschlagen in die Ladefläche ragt. Das war uns nicht genug. Wir haben eine Auflage für zwei quer stehende Bäckerkisten bzw. Metzgerkisten gebaut, für die doppelte Ladekapazität. Aus alten Lattenrostlatten vom Sperrmüll, die wetterfest und stabil sind. Der vordere Turm kann nun sogar über die Lenkerhöhe gestapelt werden, bis an die Grenze der Sichtbehinderung. Die Kisten halten von selbst, da sie mit ihren Rändern am Boden in die Holzleisten unten einrasten. Sie sind gut stapelbar und verrutschen nicht untereinander. Mit schwerem Inhalt ist eine Verzurrung aber trotzdem sinnvoll.